Mit interaktiven Infografiken effizient informieren
Am 16. Oktober 2009 findet an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) das 8. Symposium für Informationsdesign statt. Themenschwerpunkt ist eine journalistische Darstellungsform, die in der Welt von Convergent Media und Newsroom zunehmend an Bedeutung gewinnt: die interaktive Infografik.
Wie nehmen Rezipienten Infografiken wahr? Bringen Interaktivität und Multimedialität Vorteile für das Verstehen und das Behalten der Inhalte? Und gibt es bestimmte Wahrnehmungsmuster, Gestaltungsmuster, Erzählmuster? Diese Fragen werden im Rahmen des Symposiums diskutiert. Dazu eingeladen sind Experten aus dem Hochschulbereich und der Wirtschaft, die über aktuelle Entwicklungen in Forschung und Praxis informieren. Zu den Referenten gehören unter anderem Michael Stoll von der Hochschule Augsburg, Remo Burkhard von der ETH Zürich und Stefan Fichtel von KircherBurkhardt. Die Referenten beschreiben aktuelle Problemstellungen und zeigen anschauliche Beispiele zu Themen wie Einsatz, Anforderungen und Entwicklung der interaktiven Infografik, Informations- und Geovisualisierung sowie Untersuchungen, wie Nutzer mit interaktiven Infografiken umgehen.
Michael Stoll spürt in seinem Vortrag den Bedingungen, Anforderungen und Strukturen von Infografik nach und plädiert für den wahren Kern, der zwischen Pragmatik, Coolness und Interaktivität verloren zu gehen scheint. Mit dem Umgang komplexer Informationen von Print bis Web setzt sich Stefan Fichtel auseinander. Er beschreibt die Voraussetzungen bei der Gestaltung von anspruchsvollen interaktiven Anwendungen, die gerade im Internet die Chance bieten, Inhalte strukturiert und verständlich darzustellen. Nicolas Bissantz von Bissantz & Company hält den Stand der Visualisierung in deutschen Medien für verbesserungsbedürftig und referiert über die Herausforderung, wie man mit visuellen Instrumenten Unternehmen steuern kann. In ihrem Vortrag spricht Uta Hinrichs von der University of Calgary (Kanada) über Informationen verschiedenster Art, die in öffentlichen Räumen wie Museen oder Galerien spielerisch vermittelt werden können. Auch Frank Heidmann von der Fachhochschule Potsdam befasst sich mit raumbezogenen Informationen und zeigt neue Interaktions- und Visualisierungsformate für die Entscheidungsfindung und Verhaltensänderung in sozialen, ökonomischen und ökologischen Kontexten.
Remo Burkhard beschreibt die Kraft von statischen und interaktiven Bildern und Infografiken. Dabei geht er vor allem auf Praxisbeispiele aus dem Businessbereich ein. Im zweiten Teil seines Beitrags stellt er das neue ETH Value Lab vor, das neue Formen der Präsentation, Exploration und Kommunikation in Gruppen ermöglicht. Kalle Tewes, Leiter der dpa-infocom, erklärt, welche zunehmende Rolle die interaktive Infografik für die deutsche Presseagentur spielt, und zeigt auf, wie die Agentur auf Entwicklungen am Markt reagiert. Wie geht der Nutzer mit multimodalen und interaktiven Infografiken um? Dieser Frage ist Peter Schumacher von der Universität Trier in seiner Rezeptionsstudie nachgegangen. Er stellt grundlegende Prinzipien vor, mit denen die Interaktion mit multimodalen, hypertextuellen Darstellungen beschreibbar ist. Marcus Mast von der Hochschule der Medien präsentiert erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Informieren, visualisieren, Wissen erwerben mit interaktiven Infografiken“, das derzeit an der Hochschule der Medien im Studiengang Informationsdesign durchgeführt wird.
Im Rahmen des Symposiums stellen Studierende des Studiengangs Informationsdesign Arbeiten zum Thema „Interaktive Infografik“ im Foyer der HdM aus.