1. Symposion für Informationsdesign

Wege aus dem Informationsdschungel. Informationsdesign - ein neues Berufsbild stellt sich vor

"Information" ist im betrieblichen Sektor des 21. Jahrhunderts DER Rohstoff mit exponentiell wachsender Bedeutung. Das Vorhandensein von Informationen allein garantiert keineswegs deren effektive Nutzung. Vielmehr müssen Informationen zielgruppenorientiert und mediengerecht aufbereitet werden, um zum wesentlichen Faktor in der Wertschöpfungskette zu werden. Die schnelle Nutzung relevanter Informationen stellt einen eminent wichtigen Kosten-, Zeit- und Wettbewerbsfaktor für Unternehmen dar.

Eine neue Disziplin - das Informationsdesign - gewinnt zunehmend an Stellenwert. Was in Großbritannien und den USA ein wichtiges Thema ist, wird in Deutschland bisher einmalig als Studiengang an der Hochschule der Medien angeboten. Das Symposion gibt einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsgebiete des Informationsdesigns und der Vorteile dieser interdisziplinären und praxisorientierten Disziplin für Unternehmen und Organisationen.

Datum: 16. Juli 2002, 9 - 17 Uhr

Ort: Haus der Wirtschaft, Stuttgart, Raum Reutlingen

Anmeldung: Anmeldung bis zum 1. Juli 2002 erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt Euro 20,-.

Programm

Moderation: Prof. Dr. Frank Thissen, Hochschule der Medien Stuttgart (HdM)

Grußwort: Prof. Dr. Uwe Schlegel, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart

Vorträge:

Prof. Dr. Werner Sauter, IC eLearning AG
Zur Bedeutung des Informationsdesign im Unternehmen

Prof. Dr. Wibke Weber (HdM):
Informationsdesign - in der Unternehmenskommunikation. Mitarbeiterzeitung, Intranet, Business-TV als Instrumente interner Informationsprozesse

Prof. Dr. Konrad Baumann (FH Joanneum Graz, Österreich):
Informationsdesign - User-centered Design von Telekommunikations-Produkten

Prof. Dr. Roland Mangold (HdM):
Informationsdesign - Das virtuell lernende Unternehmen. Von Kompetenzen, die durch E-Learning vermittelt werden können, und von Qualifikationen, die für E-Lehrer erforderlich sind
Folien zum Vortrag (pdf-Datei, 400 KB)

Prof. Dr. Heimo Müller (FH Joanneum Graz):
Interface Design am Beispiel des "Vizard Projektes" [ÄNDERUNG]

Prof. Dr. Frank Thissen (HdM):
Informationsdesign - die Schnittstelle beim Arbeiten und Lernen mit interaktiven Medien

Prof. Dr. Orhan Kipcak (FH Joanneum Graz):
Informationsdesign - Interfacedesign für Kunst und Kulturbetrieb

Anmeldung ist bis zum 24. Juni 2002 erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro zzgl. MWSt. Rechnung und Anreisebestätigung erhalten Sie bei mit der Anmeldebestätigung.

Eine Veranstaltung der Hochschule der Medien Stuttgart und der FH Joanneum Graz mit Unterstützung der MFG.

Details zu den Vorträgen:

Prof. Dr. Wibke Weber (HdM):
Informationsdesign - in der Unternehmenskommunikation. Mitarbeiterzeitung, Intranet, Business-TV als Instrumente interner Informationsprozesse

Mitarbeiterzeitung, Intranet, Business-TV und Firmenradio sind Instrumente interner Kommunikationsprozesse. Jedes dieser Medien hat Stärken und Schwächen, je nachdem, welche Information zu welchem Zweck vermittelt werden soll. Zudem erfordert jedes Medium eine andere Informationsaufbereitung. Das Informationsmanagement eines Betriebes kann durch den gezielten Einsatz der verschiedenen Medien optimiert werden.

Wibke Weber ist Professorin für Informationsdesign an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Davor arbeitete sie als Journalistin, Online-Redakteurin und Channel Managerin beim Hessischen Rundfunk, Südwestrunkfunk und bei Hubert Burda Media.

 

Prof. Dr. Konrad Baumann (Joanneum):
Informationsdesign - User-centered Design von Telekommunikations-Produkten

Die Präsentation illustriert anhand von zwei Fallstudien, wie User Interface Design in den Entwicklungsprozess technischer Produkte integriert werden kann. Die Fallstudien stammen aus der Erfahrung der Autoren mit der Entwicklung von Telekommunikationsprodukten bei Philips. Weiters werden die Prinzipien des User Centred Design dargestellt.

Konrad Baumann hat an der TU Graz Telematik studiert und unterrichtet seit 2000 hauptberuflich "User Interface Design und Usability Engineering" am Studiengang Informations-Design der FH Joanneum in Graz. Davor war er als Produktmanager bei Philips Consumer Communications in Wien tätig, wo er in
der Abteilung Faxgeräte für User Interface und Usability zuständig war, sowie bei Philips Semiconductors und Mikron Identification. Er ist Co-Autor der beiden Fachbücher K. Baumann & B. Thomas "User Interface Design for Electronic Appliances, Taylor & Francis 2001 sowie K. Baumann & H. Lanz "Mensch Maschine-Schnittstellen elektronischer Geräte", Springer 1998. An der FH Joanneum ist er für die Vertiefungsrichtung "User Interface und Web Design" des Studiengangs Informations-Design zuständig und leitet das Projekt "Web Usability Center", das sich mit Eyetracking sowie mit Usability Consulting für die Wirtschaft beschäftigt. Er hat einen Lehrauftrag an der Donau-Universität Krems.


Prof. Dr. Roland Mangold (HdM):
Informationsdesign - Das virtuell lernende Unternehmen. Von Kompetenzen, die durch E-Learning vermittelt werden können, und von Qualifikationen, die für E-Lehrer erforderlich sind

Für Unternehmen birgt E-Learning große Potentiale: notwendige Präsenzzeiten und Anfahrtkosten für Mitarbeiter entfallen, die Teilnehmer können selbstbestimmt lernen und die individuelle Betreuung (E-Coaching) fällt oftmals intensiver aus als beim Präsenzunterricht. Andererseits stellt E-Learning besondere Anforderungen an die Qualifikation von Trainern und Lernenden: Trainer müssen motivieren, kontinuierlich erreichbar sein und individuell coachen können, und von Teilnehmern wird motivationale Selbststeuerung und Medienkompetenz erwartet. Darüber hinaus ist E-Learning nicht für alle Inhaltsbereiche geeignet; beispielsweise gelten Trainings mit einer ausgeprägten Modell- und Übungskomponente (z.B. Verhaltens- und Kommunikationstrainings) als nicht per E-Learning vermittelbar. Im Vortrag werden neuere Erkenntnisse zu den Qualifikationsanforderungen an E-Trainer und Lernende vorgestellt und es wird über ein Forschungsprojekt berichtet, in dem untersucht wird, welche Anteile von Verhaltenstrainings in einen virtuellen Kurs ausgelagert und wie so die erforderlichen Präsenzzeiten signifikant verkürzt werden können.

Folien zum Vortrag (pdf-Datei, 400 KB)

Roland Mangold (Studium der Elektrotechnik und Psychologie, Promotion und Habilitation in Psychologie) hat als Hochschuldozent in der Arbeitseinheit "Organisations- und Medienpsychologie" an der Universität des Saarlandes gelehrt und geforscht und ein medienpsychologisches Labor zur Untersuchung von Werbewirkungen und emotionalen Wirkungen von Fernsehgewalt aufgebaut. Nach Lehrstuhlvertretung (Universität Mannheim) und Gastprofessur (Universität Halle) sowie nach selbständiger Tätigkeit in der Weiterbildung übernahm er im Oktober 2001 die Professur für Informations- und Kommunikationspsychologie im Studiengang Informationsdesign an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Seine Forschungsinteressen betreffen den Einsatz von E-Learning für Verhaltenstrainings sowie konsum- und medienpsychologische Erfolgsfaktoren des E-Commerce.

Prof. Dr. Frank Thissen (HdM):
Informationsdesign - die Schnittstelle beim Arbeiten und Lernen mit interaktiven Medien

Computergestütztes Lernen stellt im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen eine starke Reduktion hinsichtlich der kommunikativen Möglichkeiten dar. Soziale und metakommunikative Komponenten menschlicher Kommunikation werden in der virtuellen Kommunikation ausgeblendet, die Teilnehmer virtueller Lehrveranstaltungen werden häufig auf die Inhaltsebene beschränkt und als "informationsverarbeitende Systeme" angesprochen. Wie die Erkenntnisse der pädagogischen Psychologie - bestätigt durch neuere Tendenzen in der Hirnforschung - zeigen, ist Lernen und generell die menschliche Wahrnehmung immer eng mit Emotionen verbunden. Und die Beziehungsebene einer Kommunikation dominiert die Inhaltsebene. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Kriterien für die Konzipierung und Gestaltung von Lern- und Kommunikationsumgebungen berücksichtigt werden müssen, damit emotionale und soziale Elemente stärker berücksichtigt werden können und die Effezienz dieser Umgebungen gesteigert werden kann.

Frank Thissen beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit den Möglichkeiten des computerunterstützen Lernens. Nach Tätigkeiten an der Universität Düsseldorf und in der Industrie (Siemens AG, SAP AG) unterrichtet er seit 1997 an der Hochschule der Medien Stuttgart die Fächer Multimediale Kommunikation, Informations-Design und Multimedia-Didaktik. Der aktuelle Schwerpunkt seiner Forschungsaktivitäten ist der Zusammenhang zwischen Emotionen und der Nutzung computergestützter virtueller Lernumgebungen. Er ist an der LearnTec (Europäischer Kongress für Bildungstechnologie und betriebliche Bildung Karlsruhe) beteiligt und Mitglied verschiedener Expertengremien im Umfeld des lebensbegleitenden Lernens. Im wissenschaftlichen Springer-Verlag Heidelberg ist sein "Screen-Design-Handbuch" erschienen, das eine adressaten- und mediengerechte Aufbereitung von Informationen für das Internet und Multimedia beschreibt.

06.07.2002

 

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